DRK-Schwesternschaft Ostpreußen | Itzehoe
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Januar 2016: Jahresempfang

Wollen Sie wissen, wie es war? 

 

Auftakt zum Jubiläumsjahr – Der Jahresempfang im Cläre-Schmidt-Senioren-Centrum [CSSC]

100 Jahre alt – und moderner denn je

Kann man 100 Jahre alt sein – und trotzdem ganz modern? Man kann! Das zeigten wir, die DRK-Schwesternschaft Ostpreußen, bei unserem Jahresempfang im Cläre-Schmidt-Senioren-Centrum.

Dass unsere Arbeit ein Jahrhundert nach der Gründung ebenso wenig von der Aktualität eingebüßt hat, wie die Werte, die unsere Arbeit leiten, machte Prof. Dr. Arno Deister deutlich. Er ist Chefarzt des Zentrums für Psychosoziale Medizin im Klinikum Itzehoe und einer von drei Männern in dem Vorstand unserer Schwesternschaft.

Im Gründungsjahr 1916 habe die durchschnittliche Lebenserwartung bei knapp über 40 Jahren gelegen – heute könnten tatsächlich bald die 100 erreicht werden, sagte Deister. Das Gesundheitswesen sei die größte Branche in Deutschland, hochkomplex, extrem fragmentiert und ökonomisiert. „Aber ist es auch extrem gut?“ Daran hätten immer mehr Menschen Zweifel. „Viele haben den Eindruck, dass das Geld nicht wirklich gut ausgegeben wird.“ Qualität sei ein Schlagwort. „Was das ist, darauf haben wir uns aber noch nicht wirklich geeinigt.“ Unstrittig sei: „Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das sich an den Bedürfnissen der Patienten ausrichtet.“ Das sei noch nicht immer so. „Das Thema Versorgungsgerechtigkeit wird uns in den nächsten Jahren sehr beschäftigen.“ Damit gehe eine Rationierung und Priorisierung einher: „Wer kriegt zuerst und wer fällt womöglich hinten über?“ Früher habe man sich vor allem Gedanken darüber gemacht, warum Menschen krank werden. Heute laute die Frage: Warum werden Menschen nicht wieder gesund? „Und das kann man nur beantworten, wenn man eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen hat.“ Das sei in der Pflege oft der Fall. Die Pflege sei die Berufsgruppe, „die ganz vorne steht und stehen muss“. Sie sei unverzichtbar. „Die sprechende Medizin ist wichtiger als die Apparatemedizin.“ Doch all das brauche Zeit. „Und Zeit kostet Geld.“ Zusammengefasst ließen sich all diese Aspekte auf eine Formel bringen: „Es geht um die Beziehung zu Menschen.“ Und dafür seien genau die sieben Rotkreuz-Grundsätze maßgeblich, die wir uns auf unsere Fahnen geschrieben haben: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. „All das sind Werte, die nach 100 Jahren aktueller sind denn je – und es auch bleiben werden“, sagte Deister.

„Wir sind so jung wie unsere Werte“, stellte Oberin Eggers fest. Wir besinnen uns zwar auf unsere Tradition, schließen Innovationen dabei aber keinesfalls aus. Denn schließlich lautet das Motto „Tradition heißt, das Feuer schüren, nicht die Asche hüten“, betonte Oberin Eggers. Das unterstrich auch der Streifzug durch die Geschichte, den unsere Oberin unternahm – von den Anfängen mit zehn Mitgliedern in Königsberg bis zum heutigen Verein mit mehr als 1100 Mitgliedern. Immer waren wir mit der Schwesternschaft vorne mit dabei, wenn es um Neuerungen und Verbesserungen ging – das moderne Cläre-Schmidt-Senioren-Centrum, Schwesternschaft Mobil und das Palliative-Care-Team sind nur einige sichtbare Zeichen dafür. Das umfangreiche Weiterbildungsprogramm zeigt, dass wir auch in diesem Bereich immer auf dem aktuellen Stand sind. Und genau wie zu Gründungszeiten gelte auch heute: „Wir bemühen uns um vernünftige Arbeitsbedingungen“, betonte Oberin Eggers.

Und wen haben wir uns zur musikalischen Begleitung eines runden Geburtstags eingeladen? Eine A-cappella-Band! „Take Four“ präsentierten humorvoll und stimmgewaltig A-cappella-Gesang von den Comedian Harmonists bis zu Elvis Presley. Der charmante Auftritt begeisterte die Gäste!

Ein Beitrag von Karin Götz/Birte Vehlow

 

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